3D-Aufmaß im Bestand: Grundriss und Wohnfläche aus einem Scan
Der Bestand hat keine Pläne. Oder falsche. Wie Architekten und Immobilienmakler aus einer einzigen Erfassung ein 3D-CAD-Modell gewinnen – und daraus Grundrisse, Ansichten und die Wohnflächenberechnung nach WoFlV ableiten.
Die kurze Antwort
Ein 3D-Scan erfasst die Raumgeometrie eines Bestandsgebäudes in Minuten. Daraus entsteht ein 3D-CAD-Modell – der digitale Zwilling. Aus diesem Modell werden Grundrisse, Ansichten und Schnitte abgeleitet. Seit Juni 2026 leitet die Software unseres Partners Hottgenroth auch die Wohnflächenberechnung nach WoFlV daraus ab: enthalten in der Gebäudeflächenberechnung, angezeigt im Raumstempel, auswertbar in der Raumliste, exportierbar als Excel-, Word- oder PDF-Datei.
Die Anrechnungsfaktoren bleiben Ihre fachliche Entscheidung. Sie passen sie in der Raumliste an – der 2D-Grundriss gleicht sich automatisch ab. Der Unterschied zum klassischen Weg: Sie prüfen ein fertiges Ergebnis, statt es aus Zollstockmaßen aufzubauen.
Das Problem: Der Bestand hat keine Pläne. Oder falsche.
Jeder, der im Bestand arbeitet, kennt die Szene. Der Eigentümer kramt eine Kopie aus den Siebzigern hervor. Maßstab unklar, drei Umbauten nicht eingezeichnet, der Grundriss stimmt an keiner einzigen Wand.
- Rückfahrten: Ein Maß fehlt, ein Sturz ist anders als gedacht – Sie fahren noch einmal raus.
- Schiefe Wände, die keiner erfasst: Im Altbau ist kein Raum rechtwinklig. Ein Laser-Distanzmesser bildet Wandlängen ab, nicht die tatsächliche Geometrie.
- Nachweisdruck: Eine Wohnflächenangabe im Exposé oder in den Bankunterlagen muss nachvollziehbar sein. Ein Zettel mit handschriftlichen Maßen ist das selten.
- Zeit: Ein sauberes Bestandsaufmaß kostet mit klassischem Werkzeug oft einen halben Tag – plus Reinzeichnung und Flächenermittlung am Abend.
Der Kern des Problems: Sie messen einzelne Werte. Was Sie brauchen, ist die komplette Geometrie.
Was das Modell liefert – und was Sie beitragen
Aus der Erfassung entsteht kein Datenhaufen, sondern ein 3D-CAD-Modell. Wir arbeiten dafür mit den Systemen unseres Partners Hottgenroth Software – Erfassung und Auswertung aus einer Hand, ohne Formatbrüche zwischen zwei Welten.
Aus dem Modell werden abgeleitet
- 2D-Grundrisse, Ansichten und Schnitte – maßgenau, exportierbar ins CAD
- Die Gebäudeflächenberechnung inklusive Wohnfläche nach WoFlV – neu seit dem Update im Juni 2026
- Die Raumliste mit vollständiger Wohnflächen-Auswertung und Excel-Export
- Der formatierte Ausdruck der Wohnflächen als Word- oder PDF-Datei
- Der begehbare digitale Zwilling für Planung, Vermarktung und Bauherren-Kommunikation
So arbeitet die Wohnflächenberechnung konkret
Jede Raumart bringt die Eigenschaft „gehört zur Wohnfläche“ bereits vorbelegt mit. Nach der Berechnung der Gebäudeflächen erscheint die Wohnfläche im Raumstempel – normal und detailliert – sowie im Bauteilstempel der Außenbauteile. In der Raumliste passen Sie die Werte benutzerdefiniert an, wo das Objekt es verlangt. Der Abgleich zwischen Raumliste und 2D-Grundriss erfolgt dabei automatisch. Aus derselben Raumliste starten Sie den formatierten Ausdruck.
Was Ihre Fachleistung bleibt
- Die Interpretation: Die WoFlV kennt Ermessensspielräume – Anrechnung von Dachschrägen, Balkone und Terrassen zwischen 25 % und 50 %, Behandlung von Nischen und Erkern. Die Software rechnet nach Regel. Ob die Regel im konkreten Objekt richtig angesetzt ist, entscheiden Sie.
- Die Prüfung und Freigabe: Das Ergebnis ist Ihr Ergebnis, nicht das des Geräts.
- Alles hinter der Wand: Bausubstanz, Leitungsführung, Tragwerk – dafür ist eine 3D-Raumerfassung nicht das Werkzeug.
Der Unterschied zum klassischen Weg ist nicht, dass Ihnen jemand die Verantwortung abnimmt. Er ist, dass jede Korrektur automatisch durch alle Dokumente läuft – statt dass Sie drei Stände parallel pflegen.
Der Ablauf in vier Schritten
| Schritt | Was passiert |
|---|---|
| 01 · Erfassung | Die Räume werden in einem Durchgang erfasst – ohne Zweitmann, ohne Notizblock. |
| 02 · 3D-CAD-Modell | Es entsteht ein vollwertiges 3D-CAD-Modell des Bestands – begehbar, bemaßbar, exportierbar. |
| 03 · Grundriss | 2D-Grundrisse, Ansichten und Schnitte werden abgeleitet und gehen ins CAD. |
| 04 · Wohnfläche & Dokument | Gebäudeflächen inkl. WoFlV-Wohnfläche werden berechnet. Sie prüfen in der Raumliste, passen an – und drucken formatiert aus. |
Für Architekten: tagesaktuelle Bestandspläne
Bauen im Bestand ist der Markt der nächsten zwanzig Jahre. Sanierung, Umnutzung, Revitalisierung – jedes dieser Projekte beginnt mit derselben Frage: Wie sieht der Bestand tatsächlich aus? Der digitale Zwilling beantwortet sie einmal und dann dauerhaft.
- Grundlagenermittlung ohne wochenlange Aufmaßschleifen
- Nutzungsänderung mit belastbaren Bestandsdaten für die Bauvorlage
- Tragwerksplanung auf Basis echter Achsmaße statt gescannter Altpläne
- Nachweise zum Gebäudeenergiegesetz mit korrekt erfassten Hüllflächen
- Kommunikation mit dem Bauherrn: Der Laie liest keinen Grundriss. Er begeht ein Modell.
Mehr dazu auf unserer Seite Für Architekten.
Für Immobilienmakler: Flächen, die halten
Die Wohnfläche ist der Preisanker jedes Exposés – und gleichzeitig die häufigste Fehlerquelle.
- Exposé: Grundriss und Wohnfläche aus derselben Quelle – keine Diskrepanz zwischen Text und Zeichnung.
- Bankenfinanzierung: Kreditinstitute verlangen nachvollziehbare Flächen. Der formatierte PDF-Ausdruck der Raumliste ist ein anderes Argument als eine Angabe „laut Eigentümer“.
- Nachweisführung: Eine dokumentierte Erfassung mit nachvollziehbarer Flächenableitung stärkt Ihre Nachweisführung.
- Vermarktung: Der digitale Zwilling ist gleichzeitig die virtuelle Begehung. Ein Termin, zwei Ergebnisse.
Mehr dazu auf unserer Seite Für Immobilienmakler.
Rechnet sich das? Ein Rechenmodell
Kein Versprechen, sondern eine Rechnung mit Durchschnittswerten. Ihre Zahlen können deutlich abweichen – nach oben wie nach unten.
Beispielannahme: ca. 4 Bestandsaufmaße pro Monat bei einer Objektgröße von rund 120 m². Klassisch im Schnitt ca. 6 Stunden je Aufmaß (Vor-Ort-Termin, Reinzeichnung, Flächenermittlung). Mit 3D-Raumerfassung im Schnitt ca. 2 Stunden (Erfassung, Prüfung und Freigabe der Ableitungen).
| Position | Orientierungswert |
|---|---|
| Zeitgewinn je Aufmaß | ca. 4 Stunden |
| Bei ca. 4 Aufmaßen / Monat | ca. 16 Stunden |
| Angesetzt mit 85 €/Stunde | rund 1.360 € Gegenwert / Monat |
| Leasingrate | ab 378,53 € netto/Monat, 60 Monate, vorbehaltlich Bonität |
Das ist das Prinzip einer cashflow-positiven Investition: Der Gegenwert der zurückgewonnenen Zeit übersteigt die Rate.1
1 Durchschnittliche Orientierungswerte aus der Praxis, kein zugesicherter Wert. Der tatsächliche Zeitaufwand hängt stark vom einzelnen Objekt ab – Größe, Grundrisskomplexität, Zugänglichkeit, Zustand vorhandener Pläne und Erfahrung des Anwenders. Zurückgewonnene Arbeitszeit bedeutet wiedergewonnene Kapazität, keine garantierte Bar-Ersparnis.
Rechnet sich das für Ihre Objekte?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf Ihre Objektgrößen, Ihre Aufmaß-Frequenz und rechnen ehrlich durch, ob sich der Einstieg für Sie trägt.
Kostenloses Erstgespräch vereinbarenHäufige Fragen
Liefert der Scan die Wohnflächenberechnung nach WoFlV?
Ja. Seit Version 8.6.0 vom 17. Juni 2026 ist die Wohnflächenberechnung nach WoFlV in der Gebäudeflächenberechnung von HottCAD enthalten. Die Raumarten bringen die Zuordnung „gehört zur Wohnfläche“ vorbelegt mit, die Fläche erscheint im Raumstempel und in der Raumliste und lässt sich nach Excel, Word oder PDF ausgeben. Die Anrechnungsfaktoren prüfen und interpretieren Sie – das bleibt Ihre fachliche Verantwortung.
Kann ich die Werte anpassen?
Ja. In der Raumliste passen Sie die Wohnflächendaten benutzerdefiniert an. Der Abgleich zwischen Raumliste und 2D-Grundriss erfolgt automatisch – Sie pflegen nicht zwei Stände.
In welchen Formaten bekomme ich die Ergebnisse?
Grundrisse gehen ins CAD. Die Wohnflächendaten lassen sich als Excel-Datei exportieren, der formatierte Ausdruck der Wohnflächen als Word- oder PDF-Datei ausgeben oder direkt drucken.
Wie genau ist die Erfassung?
Maßgenau im Rahmen dessen, was Planung, Kalkulation und Flächenermittlung im Innenausbau erfordern. Für hoheitliche Vermessungsaufgaben ist eine 3D-Raumerfassung nicht das vorgesehene Werkzeug.
Funktioniert das bei Dachschrägen und verwinkelten Altbauten?
Ja – gerade dort liegt der Vorteil. Ein Laser-Distanzmesser misst Strecken. Die 3D-Raumerfassung erfasst die Geometrie. Je verwinkelter der Bestand, desto größer der Unterschied.
Brauche ich Vorkenntnisse?
Nein. Die Erfassung ist delegierbar. Wir implementieren das System im Betrieb, schulen Ihr Team und begleiten Sie beim ersten Projekt.
Was kostet der Einstieg?
Der 3D-Digital-Stack lässt sich per Leasing umsetzen – ab 378,53 € netto/Monat bei 60 Monaten Laufzeit, vorbehaltlich Bonität. Ohne Kapitalbindung, ohne hohe Einmalinvestition.
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